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Seepferdchen

Das Seepferdchen ist ein kräftiges Tier. Es steht aufrecht im Wasser und kann nicht untergehen, ermutigt der Schwimmlehrer die Kinder. Nach ihm ist auch ein Ort im Gehirn des Menschen benannt, der Hippocampus, wo alles Erinnern beginnt. Dort archivieren wir das, was wir nicht vergessen können – im Seepferdchen begegnen sich Schrecken und Schönheit des Lebens. Für Hanan ist es der Ort, an dem sie ihre Erinnerung an das Meer aufbewahrt. Als die junge Jesidin mit ihrer Familie in einem kleinen Schlauchboot das Mittelmeer überquerte, konnte sie nicht schwimmen. Das Blau des Wassers und die Angst vor dem Ertrinken hatten sich unwiderruflich in ihr Gedächtnis gebrannt. Um ihre Ängste zu bezwingen, lernte sie schwimmen. Doch im Wasser des Schwimmbads erwarten sie noch immer die dunklen Bilder vom Mittelmeer. »Seepferchen« erforscht in poetischer Weise die Widersprüchlichkeit und Unberechenbarkeit des Gedächtnisses. Weitere Infos.


Schnitt: Jana Briesner
Farbkorrektur: David Holfelder
Genre: Kurzfilm
Länge: 16 min
Produktion: Filmakademie Baden Württemberg
Buch und Regie: Nele Dehnenkamp
Premiere: 24.04.2020 | Visions du Réel Film Festival